Wallbox mit Überschussladen
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Eine Wallbox mit Überschussladen lädt das Auto mit dem Solarstrom, der sonst für ein paar Cent ins Netz ginge. Statt der Einspeisevergütung von wenigen Cent sind das je nach Tarif 25 bis 35 Cent gesparter Strombezug – bei 3.000 geladenen Kilowattstunden im Jahr mehrere hundert Euro. Wir führen 16 Geräte, bei denen der Solarmodus vom Hersteller ausdrücklich bestätigt ist.
Stand: August 2026
Warum wir hier nur belegte Geräte listen
„Smart“ und „PV-ready“ stehen auf fast jeder Wallbox. Echtes Überschussladen bedeutet aber etwas Bestimmtes: Die Wallbox muss den aktuellen Überschuss am Netzanschlusspunkt kennen und die Ladeleistung im Sekundentakt daran anpassen. Dafür braucht sie eine Datenverbindung zum Wechselrichter oder zu einem Energiemanager.
Wir haben für diese Kategorie jede einzelne Produktbeschreibung geprüft und nur Geräte aufgenommen, bei denen der Hersteller den Solarmodus explizit beschreibt. Ein Gerät haben wir bewusst nicht aufgenommen, obwohl es technisch naheliegt: Beim Sungrow AC22E-G2 gibt der Hersteller an, dass mit Hybridwechselrichtern kein Überschussladen umsetzbar ist.
Das Problem mit der 1,4-kW-Schwelle
Ein Elektroauto lässt sich nicht beliebig langsam laden. Die Untergrenze liegt bei 6 Ampere je Phase. Dreiphasig sind das rund 4,1 kW – so viel Überschuss hat eine 10-kWp-Anlage nur an guten Tagen. Einphasig sind es rund 1,4 kW, und die erreicht auch eine kleine Anlage im Frühjahr.
Deshalb ist die automatische Phasenumschaltung das entscheidende Merkmal, nicht die Ladeleistung. Geräte, die zwischen ein- und dreiphasigem Laden umschalten, nutzen den Überschuss ab 1,4 kW; Geräte ohne Umschaltung stehen darunter still. Der Fronius Wattpilot beherrscht das, bei den übrigen Geräten steht es in der Produktbeschreibung.
Was du sonst noch brauchst
Überschussladen funktioniert nur mit einem Messpunkt am Netzanschluss – je nach System ein Smart Meter, ein Energiezähler des Wechselrichterherstellers oder ein separater Energiemanager. In den meisten Fällen ist der Weg über den eigenen Hersteller der einfachste: Sungrow-Wallbox an Sungrow-Wechselrichter, Fronius an Fronius, Sigenergy an Sigenergy. Herstellerübergreifende Kombinationen gehen oft, aber nicht immer – frag uns vorher.
Wenn dir vor allem die Ladeleistung wichtig ist, schau bei Wallbox 22 kW vorbei. Alle Ladelösungen stehen bei Wallboxen, die passenden Wechselrichter bei Wechselrichter 10 kW.
Häufige Fragen
Wie funktioniert PV-Überschussladen?
Ein Messpunkt am Netzanschluss erfasst laufend, wie viel Solarstrom gerade ins Netz fließen würde. Die Wallbox bekommt diesen Wert und regelt die Ladeleistung sekundengenau nach, sodass möglichst wenig eingespeist und möglichst viel im eigenen Auto gespeichert wird.
Ab wie viel Überschuss beginnt das Laden?
Dreiphasig liegt die Untergrenze bei rund 4,1 kW, einphasig bei rund 1,4 kW. Wallboxen mit automatischer Phasenumschaltung starten deshalb schon bei kleinem Überschuss und wechseln bei mehr Sonne auf dreiphasiges Laden.
Brauche ich einen Smart Meter?
In der Regel ja – oder einen Energiezähler beziehungsweise Energiemanager des Wechselrichterherstellers. Ohne Messung am Netzanschlusspunkt kann die Wallbox den Überschuss nicht kennen. Was das jeweilige Gerät braucht, steht in der Produktbeschreibung.
Funktioniert jede Wallbox mit jedem Wechselrichter?
Nein. Am zuverlässigsten sind Kombinationen innerhalb eines Herstellers. Viele Geräte sprechen zwar Modbus oder EEBus, aber die Freigaben unterscheiden sich. Bei einer gemischten Kombination lohnt eine kurze Rückfrage vor der Bestellung.
Lohnt sich Überschussladen finanziell?
Der Unterschied liegt zwischen der Einspeisevergütung von wenigen Cent und dem Strompreis von 25 bis 35 Cent je Kilowattstunde. Wer 3.000 kWh im Jahr überwiegend mit Überschuss lädt, spart im Bereich mehrerer hundert Euro jährlich – der Aufpreis gegenüber einer einfachen Wallbox amortisiert sich meist im ersten oder zweiten Jahr.